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Ein Jahr Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung – Florian Walberg im Gespräch

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Ein Jahr Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung – Florian Walberg im Gespräch

Am 15. Juni 2019 trat in Deutschland die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung in Kraft. Seitdem regelt sie die Teilnahme sogenannter Elektrokleinstfahrzeuge (EKF), zu denen auch E-Scooter gezählt werden, am Straßenverkehr. Florian, Gründer und Geschäftsführer von Walberg Urban Electrics, im Gespräch darüber, was sich in den letzten 12 Monaten getan hat.  

Florian, du bist der Wegbereiter der Zulassung von EKF auf europäischer Ebene. Warst du stolz, als die Verordnung im letzten Jahr endlich die Zulassung in Deutschland geregelt hat?

Ich habe mich total darüber gefreut, dass E-Scooter endlich auch in Deutschland legal geworden sind. Immerhin habe ich seit 2011 an der Zulassung gearbeitet. Ich muss aber sagen, dass ich der EKF-Verordnung durchaus gemischte Gefühle entgegenbringe. Wie gesagt, es ist toll, dass EKF überhaupt zugelassen sind, ich denke, es war auch nicht schlecht, das Thema im Vorfeld ausgiebig zu diskutieren. Andere Länder haben ja nun gezeigt, dass es wichtig ist, Themen wie Sicherheit oder wer darf eigentlich wo fahren vorher zu klären. Gleichzeitig hätte ich mir an vielen Stellen eine unbürokratischere Lösung gewünscht.

In welchem Sinne unbürokratischer?

Die EKF-Verordnung und die damit einhergehende Zulassung gilt grundsätzlich nur für Hersteller und Modelle, denen nach Inkrafttreten der Verordnung vom Kraftfahrtbundesamt eine Allgemeine Betriebserlaubnis erteilt wurde. Das kann nicht rückwirkend auf bereits vorher verkaufte Fahrzeuge übertragen werden, vollkommen egal, ob sie den Anforderungen der EKF entsprechen. Das fand ich persönlich wirklich bitter, da ich allen, die schon vor der Zulassung an E-Scooter geglaubt und einen gekauft haben, sagen musste: Sorry, eure Roller sind leider nicht zugelassen.

Wir haben dann als einziger Hersteller eine Umrüstung zum Selbstkostenpreis oder eine Inzahlungnahme beim Kauf eines zugelassenen Modells angeboten. Trotzdem hat das natürlich bei dem ein oder anderen zu Unmut geführt, was ich absolut verstehen kann. Ich hätte mich gefreut, wenn die First Mover mit einbezogen worden wären – natürlich unter Berücksichtigung der Anforderungen der Straßenverkehrszulassungsordnung.

Bist du abgesehen davon mit der Verordnung zufrieden?

Sagen wir mal so, ich denke, es ist ein großer Vorteil, dass die Hürden für die Zulassung eines Modells relativ hoch sind. Das schafft grundsätzlich Vertrauen. Wenn ich sehe, was da zum Teil in anderen Ländern auf den Straßen unterwegs ist, wird mir Angst und Bange.

Es fällt im Allgemeinen auf, dass sich Pedelecs schneller über die Fahrradwege bewegen als E-Scooter. Im fließenden Verkehr im Alltag bremst ein E-Scooter daher eher aus. Die Versicherungsstatistiken belegen, dass die Unfallzahlen bei E-Scootern deutlich geringer sind als angenommen. Daher würde ich mich freuen, wenn die Höchstgeschwindigkeit für E-Scooter auf 25 km/h angehoben werden würde. Dieser Punkt ist aufgrund der Zuordnung von Pedelecs zur Kategorie Fahrrad und der E-Scooter zu der Kategorie Kraftfahrzeug zwar schwierig, aber überalterte Gesetze muss man halt anpassen.

Wie ist deiner Wahrnehmung nach grundsätzlich das Verhältnis anderer Verkehrsteilnehmer*innen zu E-Scooter-Fahrer*innen?

Ich glaube, hier muss erst einmal differenziert werden. Natürlich gibt es E-Scooter-Fahrer*innen, die sich nicht an Verkehrsregeln halten und für sich und andere eine Gefahr darstellen. Das ist genau so bei Fahrrad- oder Autofahrer*innen. Ich will an dieser Stelle auch nicht schlecht über Verleihsysteme sprechen. Die sind eine klasse Lösung, wenn man ohne eigenen E-Scooter unterwegs ist. Aber es ist doch auffällig, dass Roller im Endkundenbesitz in überhaupt keiner Unfallstatistik erwähnt werden. Ich bin mir sicher, dass jemand, der täglich mit seinem Roller zur Arbeit pendelt oder ihn in anderer Weise wirklich als Transportmittel versteht, auch verantwortungsvoll damit umgeht.

Unsere Kundinnen und Kunden bekommen kein negatives Feedback, das hat sich im letzten Jahr ganz deutlich gezeigt. Viele berichten eher, dass sie häufig von Interessenten angesprochen werden. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass eben nicht diejenigen, die die Medien insbesondere zu Beginn der Zulassung gerne auf die Roller projiziert haben, unsere E-Scooter kaufen. Wir decken zwar ein großes Anwendungs- und Preisspektrum ab, stehen aber grundsätzlich für Qualität und hochwertige Verarbeitung. Unsere Fahrzeuge werden von Leuten gekauft, die darauf wert legen. Und die parken ihren Roller in der Regel nicht mitten auf dem Gehweg, sondern nehmen ihn einfach mit ins Büro oder in die Wohnung.

Was hat die Zulassung mit deinem Unternehmen gemacht?

Das letzte Jahr war wirklich verrückt. Insbesondere der Sommer 2019, uns wurden die Roller nur so aus der Hand gerissen. Im Herbst haben wir dann zusammen mit der AUTO BILD den THE-URBAN #RVLTN in einer Sonderedition herausgebracht, ein ganz klares Zeichen der AUTO BILD, dass E-Scooter für sie eine passende Ergänzung zum PKW sind.

Im Winter wird es im Bereich Vertrieb erfahrungsgemäß natürlich ein bisschen ruhiger, gleichzeitig ist das die Zeit, in der wir verstärkt an neuen Produkten und Kooperationen arbeiten. Wir sind ja nun schon seit einigen Jahren am Markt, haben den Trend also quasi angestoßen. Dadurch geht es bei uns nicht, wie vielleicht bei anderen Herstellern um die Behebung von Kinderkrankheiten, sondern wir machen bei der Entwicklung wirklich Strecke. In diesem Jahr wird sowohl bei EGRET als auch THE-URBAN noch einiges kommen.

Natürlich hat Corona auch unseren Zeitplan vollkommen durcheinander gebracht. Erst kam es zu Verzögerungen in der Produktion, dann war der stationäre Handel geschlossen. Das war auch für uns nicht einfach, aber zum Glück sind wir unbeschadet durch diese schwierige Zeit gekommen. Aktuell sieht es so aus, als ob es auch dem Großteil unserer Händler den Umständen entsprechend gut geht. Wir profitieren zum einen alle von dem großen Medieninteresse an dem Thema – wobei sich die Berichterstattung aus meiner Sicht viel zu oft um Sharing-Anbieter dreht. Der Privatmarkt eignet sich eben nicht für spektakuläre Schlagzeilen. Dennoch ist das Thema im Bewusstsein der Leute. Zum anderen merken wir gerade, wie viele auf der Suche nach einer Alternative zum ÖPNV, aber auch nicht das Auto benutzen können oder wollen. Auch Sharing ist da aktuell keine Lösung, denn die Angst vor verunreinigten Handgriffen ist groß.

Wie geht es für Walberg Urban Electrics jetzt ins Jahr Zwei der EKF-Verordnung?

Mit ein bisschen Verzögerung starten wir jetzt aber richtig in die neue Saison. Wir haben sehr starke neue Vertriebspartner, z. B. ZyroFisher für UK und Irland, oder Royal Velo France für Frankreich und überarbeiten unsere Marketing- und Online-Strategie.

Und wie gesagt, auch neue Produkte stehen in der Pipeline. Wer noch nicht für unseren Newsletter angemeldet ist, sollte dies schnellstmöglich tun.

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